Weil unsere “Eliten” andere wichtigere Themen haben. So z.B. was kann man tun, damit die Rechten den Parteien nicht gefährlich werden, oder ein Integratonsgesetz verabschieden und andere Themen des “Main-Streams”? Da sind solche “Bagatellen” doch nicht wichtig.
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Zählt ein Frosch mehr … als ein Baby?
Die folgende Geschichte habe ich in dem Buch:
“Sprechende Bilder – aus der Journalisten-Schatztruhe”
von Joachim Siegerist
gefunden. Ich hatte mit meinen 71 Jahren Tränen in den Augen als ich diese Geschichte gelesen habe, aber ich schäme mich nicht dafür.
Und hier ist sie nun:
„Mein Bauch gehört mir“- ein STERN-Titel der „Achtundsechziger“, den ich schon als junger Mann schrecklich fand. Junge, hübsche Frauen, die damit sagen wollten: „Wann immer ich will – dann kann ich mit meinem Baby da drinnen Schluss machen, dem Kind das Licht ausblasen.“ Die Doppelmoral der Linken bleibt für mich bis heute unverständlich. Ich liebe das Leben so wie es ist und wie der Herrgott mich geschaffen hat – bin alles andere als ein „Spießer“. Doch wie reimt sich das zusammen? Babys im Mutterleib können umgebracht werden – wie junge Katzen, die der Bauer im Dorfteich ersäuft – aber für wandernde Frösche bauen wir Brücken. Für das Abholzen von Krüppelgewächs und Bäumen am Straßenrand stellen fanatische Umweltschützer Holzkreuze auf, demonstrieren, halten Mahnwachen.
1991 – eigentlich viel zu spät – ließ ich im Mutterleib umgebrachte Baby ist in Plastik nachbilden – so, wie sie wirklich aussehen. ….
Das Plastik-Baby verschickte ich damals an Hunderttausende von Empfängern. Dazu diesem Text:
Mama – warum hast du das getan?
22. Juni 1991
Heute hat mein Leben begonnen. Doch meine Eltern wissen es noch nicht. Ich bin noch kleiner als ein Apfelkern, aber schon unverwechselbar ich. Es ist jetzt klar:Ich werde ein Mädchen sein – ein Mädchen mit blonden Haaren und blauen Augen.
6. Juli 1991
Ein bisschen größer bin ich schon geworden, aber immer noch zu klein, um irgend etwas aus eigener Kraft zu tun. – Mutter tut alles für mich. Dabei hat sie doch immer noch keine Ahnung, dass es mich in ihrem Bauch gibt und dass mich Ihr Blut wachsen lässt.
12.Juli 1991
Jetzt beginnt mein Mund einen Mund zu werden. In einem Jahr kann ich damit fröhlich lachen. Und ein wenig später auch sprechen. Ich weiß schon, welches mein allererstes Wort sein wird – Mama. Wer behauptet eigentlich, dass sich heute noch kein Mensch bin? Und ob ich’s bin. Genauso wie ein Krümelchen Brot auch Brot ist.
16. Juli 1991
Heute hat mein Herz angefangen zu schlagen. Von nun an wird es in gleichmäßigen Takt mein Leben lang klopfen, bis es nach vielen Jahren müde wird und stehen bleibt. – dann bin ich tot. Aber dieses Ende ist noch so lange hin, ich stehe ja erst am Anfang.
22. Juli 1991
Jeden Tag wachse ich ein bisschen. Meine Arme und Beine bekommen allmählich Form. Aber ich werde noch lange brauchen, bis ich mit diesen Beinen zu Mama laufen kann, bis ich die Arme um Papas Hals legen kann.
1. August 1991
An meinen Händen bilden sich winzige Finger. Eines Tages werden sie eine Puppe halten, einen Ball werfen, eine Blume pflücken und andere Hände anfassen. Meine Finger. Ob sie vielleicht einmal auf einer Geige spielen oder ein Bild malen werden?
9. August 1991
Heute hat der Doktor meiner Mutter gesagt, dass es mich gibt. Bist Du glücklich darüber, Mama? Du musst noch warten, bis Du mich in Deinen Armen wiegen kannst.
14. August 1991
Mama und Papa wissen nicht, dass ich ein Mädchen bin. Vielleicht warten sie auf einen Sohn. Oder auf Zwillinge. Ich werde sie bestimmt überraschen.
27. August 1991
Ich habe schon ein richtiges Gesicht. Hoffentlich sehe ich einmal so aus wie meine Mutter.
31. August 1991
Wenn es nicht so stockdunkel um mich herum wäre, könnte ich schon sehen. Aber bald werden meine Augen die Welt draußen wahrnehmen können – Sonnenschein, Blumen und kleine Kinder. Wie wird das mehr aussehen, wie die Berge? Und vor allem: Mama, wie siehst Du aus?
11. September 1991
Mama, ich kann Dein Herz schlagen hören. Nimmst du auch mein leises Tap-tap, Tap-tap wahr? Du wirst eine ganz gesunde kleine Tochter haben. Manche Babys haben es schwerer, in die Welt hineinzukommen. Da können freundliche Ärzte helfen. Aber manche Mütter, glaube ich, wollen ihre Kinder gar nicht haben. – Ich jedenfalls kann es kaum erwarten, auf Deinen Armen getragen zu werden. Dein Gesicht anzufassen und Dich anzusehen. Ob Du auch so gespannt auf mich wartest wie ich auf Dich?
16. September 1991
Mama, warum hast du das getan? Warum hast du es zugelassen, dass sie mein Leben nahmen? Wir hätten es doch so schön zusammen haben können.
Deine Anja
P. S. Vielleicht werden wir uns eines Tages doch noch sehen.
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